Sonntag, 1. Februar 2015

Neurodermitis oder: Das Leiden eines Schminkmädchens

Wenn man sich in der Beautycommunity bewegt, kreuzen immer wieder neue Produkte den eigenen Weg. Bodylotions und andere Körperpflegeprodukte sind nur ein kleiner Teil davon, aber es gibt sie in rauen Mengen, in allen Farben, Formen und Duftrichtungen. Für normale, sensible oder trockene Haut und vermutlich bietet kaum eine Sparte soviele verschiedene Möglichkeiten wie diese. Gut, Haarkram vielleicht noch, aber um den solls hier nun wirklich nicht gehen diesmal ;)
Aber wie ist das eigentlich, wenn man nicht alles einfach so benutzen kann, weil die eigene Haut gerne mal ein bisschen herumspinnt? Genauer gesagt, wenn die eigene Haut krank ist und auf vieles negativ reagiert, weil sie es nicht verträgt? Und wie ist das, wenn man mehr oder weniger sehr plötzlich zum Neurodermitispatienten wird und seine ganze (geliebte) Routine umstellen muss?



Ich bin seit letztem Jahr offiziell Neuro-Patentin. Aber was ist Neurodermitis eigentlich? Genau genommen handelt es sich um ein chronisches, nicht ansteckendes Ekzem der Haut. Der Ausdruck Neurodermitis (neuro; lat. = Nerven) (derma; griech. = Haut) (-itis; griech. = zumeist entzündliche Krankheit) rührt noch aus Zeiten in denen man annahm, es handle sich um eine Nervenentzündung, die für die Irritationen der Haut sorgen. Woher die Neurodermitis oder das Atopische Ekzem nun genau kommt ist bislang noch nicht vollständig erforscht. Aber Schuld kann vieles sein. Kreuzallergien, Vererbung, Stress, Nahrungsmittel, Licht, Hormone.... Auslöser gibt es viele und das ist streng genommen auch das Problem.

In meinem Fall kam die Neuro irgendwie schleichend. Es fing am Bauch an mit trockener, juckender Haut und sehr, sehr lange dachte ich auch, es wäre einfach nur trocken. Irgendwann wanderte das Ganze auf die Hüfte, dann mal zum Steißbein.
Manchmal war es da, manchmal nicht und irgendwann fiel mir auf, dass ich besonders in stressigen Phasen unter extremem Juckreiz leide und damit auch Schmerzen, denn wer viel kratzt, dem tuts irgendwann weh.
Ich hab mich natürlich mit Bodylotions versucht. Meine Haut hat sich 2013 verändert, seitdem ist sie allgemein recht trocken und ich muss immer eincremen, auch im Sommer. Die betroffenen Stellen versuchte ich anfangs mit einer Extraschicht creme zu versorgen, aber das genügte nicht.
Durch eine Freundin kam ich irgendwann drauf, dass es mehr sein könnte, als einfach nur trockene Haut und nach einem kurzen Bildaustausch erklärte sie mir, dass ihre Neurodermitis sehr ähnlich aussehe.
Nicht so schön, denn das hieß: Losspringen und eine spezielle Pflege besorgen. Aber damit gings. Es gibt im Handel ein paar Cremes, die speziell für neurodermitisgeplagte Haut gemacht sind. Meine ist von SebaMed und damit bin ich sehr zufrieden.

Mit der letzten Klausurphase im vergangenen Dezember ging das Ganze jedoch noch einen Schritt weiter und ich bekam in den Ellenbeugen einen Ausschlag, der nicht weniger wurde, sondern immer mehr. Aufgrund des starken Juckreizes ging ich also doch mal zum Arzt (Ärzte + ich = Semioptimal) und nach einem kleinen Blick bestätigte man mir den Verdacht, dass es sich um einen akuten Schub handle.
Meine Begeisterung hielt sich, vielleicht verständlicherweise, in Grenzen, denn für mich hieß es, dass sich der Spaß ausbreitet und ich nur zugucken kann.

Da Neuro nicht heilbar ist, sondern nur behandelbar, verschrieb man mir eine Salbe mit Kortison. Kortison ist nie die beste Wahl und sollte man eigentlich immer umgehen. Es ist nicht besonders gut für den Körper und die Rückfallrate ist auch noch sehr hoch, wenn man es absetzt.

Dadurch, dass die Haut bei einem akuten Schub sehr gereizt und empfindlich ist, juckt und teilweise auch wehtut, kann man sich wohl leicht vorstellen, dass Experimente mit Körperpflegeprodukten komplett rausfallen. Für jemanden, der Duschgels und Bodylotions wirklich sehr mag und da gerne verschiedene Dinge benutzt ist das schon ein wenig blöd. Die Schübe dauern unterschiedlich lange an und in der Zeit sollte man auf alles verzichten, was die Haut unnötigerweise reizt.

Ein Verzicht auf folgendes ist also ratsam:
  • Parfümierte Pflegeprodukte
  • zu stark parfümiertes Waschittel/Weichsspüler
  • Körperspray 
  • Produkte die Alkohol enthalten
Ausserdem sollten rauhe Stoffe gemieden werden, um Reibung zu vermeiden.

Ihr seht, so richtig Spaß macht das alles nicht. Man ist eingeschränkt auf gewisse Art und Weise und muss verzichten, wenn man nicht will, dass es noch schlimmer wird.

Mit welchen Produkten ich persönlich recht gut fahre, sind zum einen einige Bodylotions von Alverde und auch die Sachen von SebaMed. Letztere wohl eher bekannt als "Oma-Marke", handelt es dich dabei eigentlich nur um Produkte, die dem pH-Wert der Haut angepasst sind und deswegen besonders gut verträglich sind, was ich genau so unterschreiben kann.
An guten Tagen, an denen ich frei bin von akuten Schüben und die Haut "nur" sehr trocken ist, verwende ich zweierlei Lotions und an akuten Tagen, bleibe ich bei einem Produkt, von dem ich weiß, dass es keine Probleme macht.
Wichtig ist einfach die Haut zu entlasten und zu unterstützen und vorallem sich selbst vom Kratzen abzuhalten, damit es nicht zu noch mehr Irritationen kommt.
 
Zum Schluss noch eine kurze Erläuterung zu den Produkten oben:

Balea Aftershave Pflege-Gel Sensitive: 

Wer an Neurodermitis leidet hat nunmal meist auch empfindliche Haut. Rasieren ist stressig für die Haut und eine gute Aftershave-Pflege ist Gold wert.
Dieses Gel benutze ich selbst noch nicht lang, finde es aber sehr angenehm, sowohl von der Konsistenz, als auch vom Geruch her und hilft sehr gut gegen Rasierpickelchen und Gereiztheit nach dem Rasieren.

Alverde Körpercreme Mandel Teerose:

Benutze ich jetzt seit anderthalb Jahren. Die Konsistenz ist recht fest und dick, sie pflegt sehr, sehr gut und zieht schnell ein. Ausserdem riecht sie wunderbar. Macht bei mir auch keine Probleme, bei einem akuten Neuro-Schub.

SebaMed Bodylotion Omega 12%:

Das Produkt für die Stellen, die extra Pflege dringend brauchen. Brennt nicht, zieht sehr schnell ein und hilft sehr gut. Über den Geruch kann man sich wirklich streiten, riecht für meine Nase nach einer Herren-Creme, aber nun. Was hilft, das hilft. Absolut zu empfehlen.

SebaMed Duschöl:

Ist die Haut empfindlich und trocken, kann man dieses Duschöl gut verwenden um der Haut den Extrakick an Feuchtigkeit und Pflege zu verpassen. Ich machs häufig so, dass meine betroffenen Stellen eine Schicht an Duschöl abbekommen und alles andere ganz normal mit Duschgel gewaschen wird ;)




1 Kommentar:

  1. Ich bin auch Neurodermitis-Patient und ich kann die Imlan-Creme aus der Apotheke wärmstens empfehlen.Wenn du einen guten Hausarzt hast kannst ihn fragen nach einer Creme mit ganz wenig Cortison.Was auch sehr gut half war ene Creme names Believa:)
    Ich dachte es könnte dich evtl interessieren.

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