Freitag, 17. Juli 2015

Die Sache mit der Gesichtspflege. Viel hilft nicht unbedingt viel.

Gesichtspflege ist so ein Thema für sich. Die Haut ist das größte Organ des Körpers und verändert sich regelmäßig, je älter man wird. Bei Manchen passiert das zur Pubertät hin zum ersten Mal so richtig und normalisiert wieder etwa mit 18-20, wenn sich der Hormonhaushalt einpendelt. Dann gibts Mitte/Ende 20 auch nochmal so einen Veränderungsschub. Vielleicht auch zwischendrin, je nach dem wie empfänglich man für Stress und Umwelteinflüsse ist oder auch, wie man auf Ernährung und Nahrungsmittel reagiert. Und dann gibts natürlich noch die Break Outs, zum Beispiel, wenn man kurz vor der Periode steht, weil die Hormone dann Samba tanzen. Die Haut ist allgemein ein guter Indikator für die eigene Gesundheit, sagt man. Und damit ist nicht nur die körperliche Gesundheit gemeint.
Jedoch wirklich schwierig wird es erst, wenn man glaubt, seine ganz persönlichen Produkte gefunden zu haben, die wunderbar funktionieren und die Haut gesund und frisch zurücklassen und sich dann nach und nach abzeichnet, dass die Produkte die man möglicherweise sehr lange genutzt hat, nicht mehr funktionieren.
Es ist eine ewige Suche.
Üblicherweise nutzt eine Frau ein Waschgel/Waschcreme/Waschschaum, ein Peeling, ein Gesichtswasser und eine Creme. Manche nutzen zwei, eine für tags, eine für nachts. Und dann noch eine Augencreme, die ab einem gewissen Alter wirklich unverzichtbar wird, weil die Haut um die Augen sehr empfindlich ist und eine spezielle Pflege gebrauchen kann, da viele Gesichtscremes doch etwas hart sind.
Das Waschgel wird täglich genutzt und die Creme/s ebenso. Das Peeling nutzt man ein, vielleicht zweimal die Woche. Das Gesichtswasser, wenn man glaubt, man braucht es. Ab und zu eine Maske.
So oder so ähnlich sieht die Pflegeroutine bei uns doch allen aus.

Doch was ist, wenn man sich in einer Phase befindet in der die Haut sich nicht so richtig fangen will und man beinahe schon verzweifelt auf der Suche ist nach etwas, das dem Abhilfe schafft?
Nun.
Geduld ist ein wichtiges Thema.
Die Haut reagiert auf das, was man mit ihr macht. Wer täglich Make-Up trägt (Base, Foundation, Concealer, wer zu Pickeln und/oder Rötungen neigt, braucht und will ihn mehr denn je, Puder, Blush, Bronzer, Highlighter und so weiter, und so weiter) und eine empfindliche Haut hat, kann dazu neigen Unreinheiten zu entwickeln. Manche haben auch einfach eine von Akne oder Pickeln gebeutelte Haut, die entweder einfach so reagiert, weil es Veranlagung ist oder weil sie auf Stress und dergleichen reagiert. Ist die Haut also ohnehin schon angegriffen und man schmiert munter Zeug oben drauf, kann man sich vorstellen, dass es mit Hautatmung nicht so einfach ist.
Wäscht man all das dann abends runter und pappt direkt zehn verschiedene Produkte obendrauf (Waschgel zum Abwaschen, Anti-Pickel-Gedöhns, dann vielleicht eine Maske und anschliessend Creme und noch mehr Creme), der darf sich eigentlich nicht wundern, wenn sich nichts tut und die Haut in einer Tour schimpft, Rötungen aufzeigt und zu Unreinheiten neigt.

Dabei ist es eigentlich gar nicht soo schwer der Haut eine Verschnaufpause zu gönnen, damit sie sich etwas erholt.

Das würde deine Haut zu Dir sagen:

- Zuhause brauchen wir kein Make-Up, wenn wir nicht vorhaben rauszugehen.
- Lass mich atmen. Gönn mir eine Pause und wasch mich einfach mal mit Wasser und creme mich nicht mit zuviel Creme ein, wenn wir sowieso Zuhause bleiben. (Ausser natürlich du merkst, dass ich spanne und etwas Zusatzpflege brauchen kann).
- Verwende nicht zuviele Produkte aufeinmal, das mag ich nicht, weil ich nicht weiß auf was ich zuerst reagieren soll.
- Wenn du ein paar wenige Produkte hast, die gut funktionieren, bleib dabei! (Bis sie es vielleicht nicht mehr tun).
- Wenn du eine zu Unreinheiten neigende Haut hast, verzichte auf Crememasken und benutz solche, die trocknen und mit Wasser abgewaschen werden (Kieselerde z.B. oder eine Peel-Off Maske).
- Wenn du eine (sehr) trockene Haut hast, verzichte auf austrocknende Produkte und nutze jene, die den Feuchtigkeitshaushalt unterstützen, ohne zu übersättigen.
- Übersättige mich nicht. Ich brauche wirklich keine Pflegelotion, Creme und eine Crememaske an einem Abend...
- Zu starke Chemiekeulen mag ich nicht, schon gar nicht regelmäßig.
- Trink genug Wasser. (2 Liter pro Tag wären super.)
- Ernähre dich nicht zuuu schlecht.
-  For the fun of it: Bau mal eine Maske selbst. Rezepte dazu gibts im Übermaß im www.
- Achte auf uns. Behandle uns gut, dann verstehen wir uns auch.

Meine eigene Pflege stelle ich in sehr naher Zukunft übrigens ebenfalls hier vor, da es von einer Leserin gewünscht worden war. Pingu hat ihre Pflege gegen Pickel vor einer Weile schonmal auf dem Blog vorgestellt, nämlich hier.

Allgemein lässt sich wohl sagen: Weniger ist mehr.
Und auf Inhaltsstoffe zu achten, die der Haut helfen (hier kommt es auf persönliche Präferenzen und Verträglichkeiten an), sind auch nie verkehrt. Sehr gute Erfahrungen habe ich mit Teebaumöl und Hammamelis aka Witch Hazel aka Zaubernuss (Danke, Pingu :D) gemacht und in diesem Fall kann ich wohl sogar mal für beide Bloggerinnen sprechen ;).
Was mir ansonsten noch hilft ist darauf zu achten, dass der pH-Wert der Haut passt. Nein, ich teste nicht. Aber es gibt ja inzwischen genug Pflegeprodukte, die das unterstützen. Am bekanntesten ist das wohl Seba Med, die sich am pH-Wert der Haut orientieren und worüber ich auch schon in meiner Neurodermitis-Pflege geschrieben habe.

Sollte man aber ernsthaft Probleme mit Akne und nicht abheilen wollenden Pickeln haben, sollte man sich überlegen nicht mal einen Termin bei einem Hautarzt zu machen. Denn er kann ganz gezielt sehen, was nicht stimmt und was helfen kann. Eigenexperimente würde ich nicht empfehlen.

Tatsächlich aber kommt man nicht herum, herumzuexperimentieren, bis man etwas gefunden hat, das funktioniert. Doch nicht vergessen: Die Haut braucht immer etwas Zeit, bis sie sich eingestellt hat. Nach einmaliger Verwendung von Produkt X zu sagen: "Hilft nicht!" ist also vielleicht nicht die beste Variante. Anders verhält sich das natürlich, wenn ihr negativ auf ein Produkt reagiert, zum Beispiel mit Pickelchen, Rötungen oder Juckreiz.
Nehmt euch etwas Zeit für eure Haut, sie wird es euch definitiv Danken ;)

Sorry, ür die ganzen Klammern :D


1 Kommentar:

  1. I don't necessarily agree that less is more but I do think that when it comes to skincare it's easy to do more harm than good. It took me YEARS to figure out what my skin needed exactly and only now do I realize what bad skincare choices I have made in the past.

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