Mittwoch, 16. September 2015

Pingus Lieblingsserien

Egal, ob bei Filmen oder bei Serien, es fällt mir immer schwer mich dabei für Favoriten zu entscheiden. Bei Serien kommt erschwerend auch noch der Faktor hinzu, dass einige Exemplare sich schlicht und ergreifend selbst überleben und den passenden Zeitpunkt für ein würdiges Ende absolut verpassen.

Als Beispiele dafür könnte ich sofort Grey's Anatomy, Supernatural und Revenge nennen. Alle drei gehen oder gingen mir irgendwann einfach nur noch auf den Sack. Manchmal bleibt man trotzdem dran, weil man sich denkt "Jetzt schaffe ich den Rest aber auch noch..." und manchmal gibt mans dann halt doch auf.


Serien, die diesen Verfall einigermaßen geschickt umschifft, oder noch nicht erreicht haben und daher zu meinen Favoriten zählen wären zum Beispiel Boardwalk Empire, True Blood und Vikings.

Auf Boardwalk Empire brachte mich Cat vor einigen Jahren. Ich behaupte einfach mal, dass jede von uns die Serie erst einmal wegen Michael Pitt angefangen hat. Aber auch ohne die dunkelblonde Männerdiva ist die Serie vom Anfang bis zum Ende absolut sehenswert. Okay, zugegebenermaßen habe ich die allerletzte Staffel zum Zeitpunkt zu dem ich das hier schreibe noch nicht gesehen, aber ich wurde ein wenig gespoilert und vertraue einfach auf das Talent der Beteiligten, dass sie der Serie zu einem würdigen Ende verhelfen. Wer die Serie genießen möchte sollte nicht zu zart besaitet sein. Der Killcount in der Serie ist schwindelerregend... für mich kein Problem, für andere vielleicht schon. Um es kurz zu umreißen: Die Serie spielt in den USA zur Zeit der Prohibition. Also in etwa zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg. Sie begleitet die Leben einiger mehr oder weniger namhafter Ganoven der damaligen Zeit. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten dürfte dabei wohl Al Capone sein, aber er ist bei Weitem nicht der Einzige. Was mich an der Serie über alle Staffeln hinweg eben so besonders fasziniert hat ist, wie die Verantwortlichen reale historische Personen mit fiktiven Charakteren zu einer perfekt stimmigen Geschichte vermischen. Vieles ist so nah an den wahren Ereignissen der damaligen Zeit, dass man tatsächlich noch das ein oder andere über die amerikanische Geschichte während der Prohibition und so manchen Zusammenhang lernen kann... wenn man das denn will. Absolut empfehlenswert, sofern man wilde Schießereien und dergleichen ab kann.
5 Staffeln, 56 Folgen total, Serie beendet, FSK 16-18

True Blood... True Blood ist sexy, blutig, morbide, sarkastisch und endlos selbstironisch. Zum ersten Mal darauf aufmerksam wurde ich dummerweise genau zu der Zeit, als dieser unerträgliche Hype um die Twilight Saga in vollem Gange war und sich dann auch noch Vampire Diaries hinzu gesellte. Ich dachte mir nur "Och ne, nicht noch sone Vampir-Scheiße." Aber wie das so ist... ich war arbeitslos und gelangweilt und abends noch lange wach - damals wurde die Serie noch irgendwann spät auf RTL2 ausgestrahlt. Also hab ich mir ein paar Folgen angesehen und obwohl ich die Story total bescheuert fand bin ich irgendwie dran hängen geblieben. Also fing ich die Serie nochmal von vorne an, denn damals lief bereits die zweite Staffel im TV und nach ein paar Folgen hatte mich die Serie komplett gefangen. Alles was in den Südstaaten spielt ist für mich sowieso schon mal besonders anziehend. Nein, nicht wegen der Geschichte, Sklaverei und so weiter, sondern landschaftlich und architektonisch. Aber worum geht es in der Serie überhaupt? Für alle, die es noch nicht wissen, es geht um das Leben der Sookie Stackhouse, eine Kellnerin aus dem fiktiven Örtchen Bon Temps. Die kleine, naive, blonde Kellnerin hat schon seit ihrer Kindheit die Gabe, die Gedanken anderer Menschen hören zu können, ob sie das nun will oder nicht. Zum Einstieg der Serie hat sich gerade die Vampirgesellschaft dazu entschieden, ihr Jahrtausende altes Versteckspiel aufzugeben und offen zwischen den Menschen zu leben. Entsprechend kommen die Blutsauger überall aus ihren Löchern gekrochen und versuchen sich an halbwegs normalen "Leben". Möglich machte das die Erfindung von Tru:Blood, einem synthetischen Blut von dem sich die Vampire offiziell fortan nur noch ernähren sollen - in der Hoffnung, den Menschen so ein wenig die Angst nehmen zu können. Einer dieser Vampire taucht auch in Bon Temps auf und Sookie verliebt sich beinahe schlagartig in ihn - wenn ihr mich fragt einfach nur aufgrund der Tatsache, dass sie seine Gedanken nicht hören kann und das total toll findet. Von diesem Moment an gerät ihr Leben immer wieder gehörig aus den Fugen. Die Serie ist gelinde gesagt sehr turbulent. Auch in True Blood wird reichlich gestorben, manchmal sogar ziemlich spektakulär und ebenso wie in Boardwalk Empire bekommt man auch hier teilweise mehr nackte Haut zu sehen als man möchte. Das ist offenbar so das Steckenpferd von HBO, denn beide Serien gehören zu diesem amerikanischen Privatsender. Wer die Nase voll hat von funkelnden Schnulzenvampiren und mehr Lust hat auf riesen Arschlöcher, der ist bei True Blood absolut richtig.
7 Staffeln, 80 Folgen total, Serie beendet, FSK 16-18

Der nächste Kandidat ist Vikings und allmählich könnte man den Eindruck bekommen, ich interessiere mich nur für Serien, in denen gevögelt und abgeschlachtet wird bis zum Abwinken. Aber ich schwöre, es ist nicht so. In Vikings dreht sich alles um Ragnar Lodbrok, einen Wikinger, dessen wahre Existenz einigermaßen ungewiss ist. Sollte es ihn wirklich gegeben haben kann man davon ausgehen, dass sich sein wahres Leben und die Legende um ihn untrennbar vermischt haben. Angesichts dessen ist es irgendwie ulkig, dass gerade der History Channel sich dieser Geschichte angenommen hat. Was sie daraus gemacht haben ist ein Wikingerspektakel epischen Ausmaßes. Die Serie malt ein überzeugendes Bild des oft sehr einfachen Wikingerlebens, greift Traditionen auf, die entweder tatsächlich überliefert oder zumindest sehr wahrscheinlich sind und erzählt eine ziemlich vielseitige Geschichte. Ragnar ist eigentlich zu Beginn nur ein Bauer in einem kleinen Dorf, aber als er einmal seinen Ehrgeiz entdeckt legt er einen bemerkenswerten Aufstieg hin. Dass er dabei über die Leiche des ein oder anderen Konkurrenten steigen muss... naja... Die allerobermegatollste Figur in der Serie ist für mich allerdings Lagertha, Ragnars erste Frau. Wahrscheinlich ist das eine hormonelle Sache, dass man als Frau zum Superweib halten muss. Vikings ist übrigens eine der wenigen Serien, die ich eher auf Englisch als auf Deutsch empfehlen würde. Außerdem war die Serie ursprünglich mit lediglich zwei Staffeln geplant, aber da sie ungemein erfolgreich und beliebt war wurde noch eine dritte Staffel angehängt und eine vierte ist bereits in Arbeit.
3+ Staffeln, 29 Folgen, 4. Staffel in Arbeit, FSK 16?

Lagertha oder vielmehr ihre Schauspielerin Katheryn Winnick ist für mich auch eine gute Überleitung zu meinen nächsten Serien-Favoriten. Diese Powerfrau wäre die ideale Besetzung für Miss Marvel. Schon als Kind habe ich Comics geliebt. Leider herrschte bei uns zu Hause die Auffassung, dass Comics sich negativ auf die Rechtschreibung auswirken, weshalb ich nur die Zeichentrickserien im Fernsehen zur Verfügung hatte. Aber um Batman, Spiderman und Co. zu sehen bin ich auch gern mal heimlich samstag morgens früher aufgestanden und hab sie mir im Kinderprogramm angeschaut. In den 90ern gabs sowas noch im TV. Mit Herrn Pingu habe ich mir dann ausgerechnet auch noch ein wandelndes Comic-Lexikon an meine Seite geholt und nun können wir uns gemeinsam dafür begeistern. Während ich bei Filmen eher für Marvel bin, bevorzuge ich bei Serien DC. Aktuell gäbe es da Arrow und den Spin-off Flash, sowie Gotham zu nennen. Wie die Namen schon sagen geht es bei Arrow um Green Arrow und bei Flash um Flash. Gotham handelt aber nicht etwa von Batman, wie man es vielleicht erwarten würde, sondern von der Vorgeschichte zur Zeit als Bruce Waynes Eltern gerade erschossen wurden. Batman steckt also wortwörtlich noch in seinen Kinderschuhen, während seine späteren Rivalen bereits dick im Geschäft sind oder fleißig an ihrer Karriere arbeiten. Ziemlich düster und der Pinguin ist sooooooo knuffig, wenn auch potthässlich - sorry.

Darüber hinaus fiele mir noch Grimm ein. Diese Serie stammt unter anderem von den Machern von Buffy und Angel, ist aber meiner Meinung nach qualitativ weit darüber anzusiedeln. Habt ihr schon mal versucht, euch jetzt - Jahre später - Folgen von Buffy oder Angel anzusehen? Es ist so affig... Vielleicht sage ich das Gleiche in 15 Jahren auch über Grimm, wer weiß. Aber im Moment finde ich die Serie toll. Die Märchenwelt in die moderne Realität zu holen ist eine grandiose Idee. Die Bezeichnung Grimm basiert in der Serie tatsächlich auf den Gebrüdern Grimm. Die beiden waren laut Serie die ersten "Wesenjäger". Wesen, das sind sozusagen die Märchenfiguren, die dem Eindruck nach zumeist - wie auch in den Grimms Märchen - eher bösartig daher kommen. Während diese Wesen für den Normalo ganz einfach menschlich erscheinen kann ein Grimm (entsprechend ein Nachfahre der Gebrüder) die wahre Gestalt der Wesen erkennen. Wenn sich dann herausstellt, dass ausgerechnet ein Detective in Portland ein solcher Grimm ist, namentlich Nick Burkhardt, dann hat man ratz-fatz den perfekten Ermittler für die etwas kurioseren und unerklärlichen Fälle. Seine Fähigkeiten entdeckt Nick nach dem Tod seiner Tante, mitten im Erwachsenenalter und mitten in seiner Tätigkeit als Polizist. Man könnte sagen immer wenn ein Grimm stirbt entwickelt irgendwo ein Nachfolger die Fähigkeit, Wesen zu erkennen. Natürlich ist Nick kein gewöhnlicher Grimm, der jedes Wesen das nicht bei drei auf dem Baum ist kaltmacht. Er pflegt sogar Freundschaften zu verschiedenen Wesen. Diese Wesen kann man übrigens wirklich aus ettlichen Märchen, Sprichwörtern, Fabeln und Geschichten ableiten. Manche dieser Wesen sind eklig, einige irgendwie cool und wieder andere sind unheimlich putzig... vor allem aber sind natürlich nicht alle tatsächlich böse. Wer Märchen und Krimiserien mag findet hier einen hübschen Hybriden.
4+ Staffeln, 88 Folgen, 5. Staffel in Planung, FSK 12?

In vielen Fällen sind wir eher die Serien-im-TV-Glotzer. Das heißt, alle paar Monate kommt etwas Neues auf der Liste unserer Serien dazu oder weg. Aber das hier sind die, die ich tatsächlich empfehlen kann. Wie ihr seht gehören Soaps eher weniger zu meinem Repertoire. Auch alles was "nur" mehr oder minder die Realität widerspiegelt ist mir auf Dauer zu wenig. Zum Abschalten will ich mich gern in andere Welten oder Zeiten entführen lassen - Realismus spielt für mich da eher eine untergeordnete Rolle. Zu schnulzig und tussig sollte es auch nicht sein. Die einzigen beiden Serien, die was das anging bei mir punkten konnten waren Gilmore Girls und McLeods Töchter. Und ihr wisst wie lang das her ist.





Kommentare:

  1. Also bei Vikings gehe ich voll mit! Die Serie ist toll und ich bin absolut von Lagertha begeistert, aber auch Floki habe ich in mein Herz geschlossen, der ist so verrückt irgendwie.
    Als ich in Island war, habe ich viele Geschichten und Auszüge aus alten Sagas gehört und da hat mich so einiges an die Serie Vikings erinnert....was mich ehrlich gesagt doch überrascht hat, dass es so viele Dinge waren.

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    1. Ich finds toll, dass im Norden die alten Mythen und Sagen noch so bekannt sind. Sowas ist bei uns eher selten. Und man sieht ja an Vikings, dass sowas sogar guter Stoff für eine erfolgreiche Serie sein kann.

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  2. Boardwalk Empire muss ich mir unbedingt mal genauer ansehen.
    True Blood habe ich auch geguckt, die letzte Staffel ging mir aber irgendwie auf den Sack und das Ende fand ich echt überhaupt nicht gelungen...
    Momentan warte ich auf die letzte Staffel Sons of Anarchy.
    Grimm find ich auch echt gut und Arrow guck ich auch immer. Ach man es gibt einfach sooo viele gute Serien!

    Ich hab euch übrigens getaggt. Vielleicht habt ihr ja lust mitzumachen :-)
    http://searchin4sunshine.blogspot.de/2015/09/tag-liebster-award-liebster-blog-award.html

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    1. Ja stimmt, die letzte Staffel True Blood war etwas enttäuschend. Und das Ende war total... keine Ahnung... als ob ihnen plötzlich eingefallen wäre, dass sie ja schon bei der letzten Folge angelangt sind und dann völlig überstürzt ein liebloses Ende dranpappen mussten.

      Es gibt teilweise wirklich fast schon zu viele gute Serien. Vor allem wenn man sie tatsächlich im TV guckt und sie dann teilweise parallel laufen. Find ich gar nicht toll, wenn ich mich dann zwischen zweien entscheiden muss.

      Danke fürs Taggen!

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