Montag, 21. März 2016

Abitur, here I come.

Unfassbar. Freitag war mein letzter Schultag. Ever.
Vor über drei Jahren hab ich mit diesem "Projekt Abitur" angefangen und jetzt gibts nur noch den Endgegner, die Prüfungen im April, denn zugelassen bin ich.
Kanns ja fast kaum glauben.
Gut, mit Ruhm bekleckert habe ich mich nicht, was meine Zulassung angeht, aber ich bin zugelassen und das ist ja quasi schon durch :D

Man sollte ja meinen, es wäre nicht viel dabei, wenn man das Abitur macht. Ganz normal, quasi.
Wenn man die normale Regelschulzeit durchlaufen hat und dann am Ende, wie alle, in die Prüfungen geht, dann ist das halt so.
Aber ich muss sagen, ich bin schon ein bisschen stolz auf mich.
Ich bin immerhin schon 29 und nach unendlich langer Krankengeschichte mit diversen Einschränkungen in allen möglichen Bereichen und nach 9 Jahren Raussein aus der Schule, war das schon eine große Sache.
Und: Ich habs allein geschafft.
Ich habs ganz allein geschafft.
Keiner ist mit mir morgens aufgestanden und hat Pfötchen gehalten, wenn ich Angst hatte, das hab ich alleine gemacht.
Und niemand war dabei, als ich den ersten Schultag angetreten habe und mich mehr als nur einmal gefragt habe, ob ich das wirklich tun soll, denn ich bin bestimmt nicht klug genug.
In der Vergangenheit war ich nämlich öfter der: "Oh ne, lieber nicht"-Typ.
Ein Angsthase mit Angst vor Allem und Jedem.

Und, obwohl ich häufig auch mal liegen geblieben bin, weil es einfach nicht ging, kam dann doch irgendwann der Punkt an dem man sich erinnert hat, dass man das für sich tut. Nur für sich. Es sollte ja langfristig eine wirkliche Investition in die Zukunft werden. Meine Zukunft. Eine Zukunft die mir Möglichkeiten schafft, die ich sonst nie haben würde.
Eigentlich halte ich mich ja gerne bedeckt was "Privatsachen" angeht, weil man nie weiß, wer so mitliest, aber soviel möchte ich doch sagen: Ich habs allein geschafft. Trotz Depressionen und Panikstörung.
Natürlich gab es eine Hand voll Menschen, die mir im richtigen Moment beigestanden haben und sich wieder und wieder meine Bedenken und Sorgen angehört haben und ohne diese Hand voll bleibt fraglich, ob ich das wirklich so durchgezogen hätte, daher bin ich um so dankbarer, dass auch eine Pingu nach dem zwanzigsten Hilfeichhabangstvorderenglischklausur immernoch ein aufmunterndes Wort für mich hatte und auch mal den notwendigen Arschtritt ;) Gleiches gilt auch für den Kater, der immer absolut überzeugt war, dass ich das schaffen werde.

Und hier bin ich jetzt. Am ersten offiziellen Tag meiner Osterferien, die dazu da sind mein Hirn mit Wissen zu füllen um in zweieinhalb Wochen in die Prüfungsphase zu gehen.
Das waren drei Jahre? Mehr sogar? Ich weiß nicht, wann das passiert ist.
Aber es war gut.
Wenn ich irgendwas sagen kann, dann, dass es gut war.
Ich habe unendlich viel gelernt, nicht nur Stoff, sondern auch über mich und über andere. Menschen durfte ich kennenlernen, die gedanklich viel mit mir teilen und so eine nicht endende Inspirationsquelle waren. Ich habe erfahren dürfen, dass es Menschen gibt, die bereit sind aus Überzeugung an mich zu glauben, wenn ich es nicht konnte und mir eine Hand gereicht haben, wenn ich unsicher war, ob ich das wirklich kann.
Deswegen bin ich ein klein wenig wehmütig. Es war einen gute Zeit auf dem Kolleg. Und es wird komisch und auch schade sein, wenn man nicht mehr jeden Morgen die selbe Routine hat, den selben Weg fährt, die Sonne beobachtet, wie sie, je nach Jahreszeit um 7:53 an einer anderen Stelle am Himmel steht, man morgens nicht mehr die selben Gesichter sieht und die selben Stimmen hört und den Hausmeister knurren hört: "Wenn die Feuerwehr da durch muss, dann steht Ihr Auto im Weg." (Was es übrigens nie tat ;)).
Nach über drei Jahren beende ich meine Schulzeit also mit einem lachenden und einem weinenden Auge, aber in der Gewissheit, dass ich mehr kann, als ich mir je zugetraut hätte. Und, dass das Gehirn ein faszinierender Schwamm voller Wissen ist, wenn man es nur reinstopft xD

Ja, ein bisschen egolastig ist er schon, dieser Post. Aber darum gehts ja auf Blogs eigentlich, ne?
Und jetzt ruft mich mein Lernplan.
Bis ganz bald,



Kommentare:

  1. Du bist zurecht stolz auf Dich! Das Abi macht man halt nicht mal eben so, vor allem nicht, wenn man wie Du schon lange Zeit raus ist aus dem ganzen theoretischen Kram. Umso großartiger, dass Du jetzt auf die finalen Prüfungen zugehst! Ich drücke Dir dafür die Daumen, das schaffst Du jetzt auch noch :)

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  2. Schön, dass du es durchgezogen hast und die Klausuren schaffst du auch noch! Sei ruhig stolz auf dich, das hast du dir verdient :)

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  3. Du schaffst das! Hut ab, für alles was du bisher gemeistert hast!

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