Mittwoch, 1. Juni 2016

Selbstversuch: 31 Tage vegetarisch

Im Geiste seh ich Pingu ja mit den Augen rollen xD, aber ich dachte, das ist vielleicht ein interessantes Thema für den Blog, vorallem, wenn ich daraus quasi ein "Diary" mache und am Ende ein langer Post bei rumkommt in dem steht, wie das für mich war.






Vorweg: Ich bin ja eigentlich eh schon Teilzeit-Veganer, wenn man so will.
Da ich auf einige Lebensmittel mit Unverträglichkeit reagiere (Milch, Eier, Fisch...), bediene ich mich eigentlich ständig der veganen Küche und mag das auch sehr.
Aber Fleisch gehörte bis jetzt halt auch immer auf meinen Speiseplan.
Seit einigen Monaten wird das jedoch immer und immer weniger und ich merke, wie ich überhaupt gar kein Bedürfnis mehr habe Fleisch und Wurst zu essen.
Ich beschäftige mich schon länger mit diesem ganzen Thema Ernährung "ohne oder zumindest mit so wenig wie möglich Tier" und bin mit den ethischen Hintergründen schon eine Weile auf ganz persönlichem Kriegsfuß.
Ernährung ist ein schwieriges Thema und gerade die Sache mit dem Veganen birgt ganz schön großes Konfliktpotential. Doch ich hoffe, dass sich hier keiner persönlich angegriffen fühlt. Ich weiß darum, wie empfindlich das Thema ist.

Da ich, wenn der Kater nicht da ist, eigentlich ohnehin schon kaum noch Fleisch esse, abgesehen von Wurst auf'm Brot, hab ich mich jetzt dazu entschieden, mal auszuprobieren das olle Zeug einfach ganz rauszustreichen. Ich glaube ja nicht, dass es ein großes Problem wird und glaube da eher an die gute alte Gewohnheit, die da lästig werden könnte.
Aber ich bin gespannt wies wird.

Woche 1: 01.05 - 07.05.16
Tja, die erste Woche war gar nicht so spannend wie ich dachte.
Zu meiner eigenen Verwunderung muss ich feststellen: Mir fehlt nix.
Die letzte Packung Wurst zog am 01.05 übers Foodsharing aus und seitdem gibts hier nix mehr aus dem Bereich Fleisch.
Da Wurst den Großteil meiner Frühstücksroutine auf dem Brot ausgemacht hat, ging ich davon aus, dass es schwierig wird, aber ich hatte eigentlich nur ein oder zweimal im Supermarkt überlegt, was ich stattdessen nehme, ohne dabei das Bedürfnis zu haben Fleisch zu kaufen.
Die Wahl fiel natürlich auf Käse, denn den liebe ich sehr. Also Käse in verschiedenen Varianten, süße und herzhafte (vegane) Aufstriche, Gurken, Tomaten und Avocado mit Kala Namak. Kala Namak ist ein Rauchsalz, welches durch seine Schwefelung nach Ei schmeckt. Da ich schon seit 11 Jahren keine Eier mehr essen kann, ist das Zeug die reinste Offenbarung für mich und immer wieder lecker.
Was es hier so als Hauptmahlzeit gab: Neben Backofenpommes mit veganer Mayo, Ofenkäse mit dem Freund und Bratkartoffeln mit selbstgemachten Bruscetta, habe ich letzte Tage ein Rezept nachgekocht, in das ich mich reinsetzen wollte. Die "Red Pepper Pasta" von Minimalist Baker war unfassbar gut. Auch, wenn ich die Hefeflocken im Rezept durch Grana Padano ersetzt habe und auch keine glutenfreien Nudeln verwendet habe. Ein absoluter Favorit und unendlich lecker.

Woche 2: 08.05 - 15.05.16 
Nach wie vor ist alles sehr einfach. Schwach geworden bin ich aber trotzdem am Wochenende. Wobei ich es gar nicht so nennen will. Ich hab mein Leben lang gerne Fleisch gegessen, es da von jetzt auf gleich zu lassen ist (zumindest für mich) nicht immer so simpel. Der Kater hatte Fleischwurst und Leberwurst da am Wochenende, also gabs auch für mich ein Leberwurstbrötchen. Ich halte aber auch nichts davon mich für irgendwas zu schälten, immerhin ist das ein Selbstversuch. ;)
Ansonsten habe ich diese Woche ein Rezept mit Gnocchi und Feta nachgekocht, was ich recht lecker fand. Aber ich habe im Rezept die Zwiebeln durch Frühlingszwiebeln ersetzt, weil ich sie noch da hatte und ausserdem etwas Knoblauch mit in die Pfanne gegeben, das passte für mich so gut. Ansonsten blieb bei mir an ein paar Tage die Küche einfach kalt und es gab einen simplen Salat oder einen Obstteller oder Brot. Anstatt der sonst so geliebten Pommes Currywurst bei der Lieblingspommesbude, gab es nur Pommes, aber auch das ging für mich total klar.

Woche 3: 16.05.16 -  23.05.16
Nach den kleinen "Ausschreitungen" letztes Wochenende, war diese Woche wieder alles ruhig. Kater war nicht da, also gabs auch exakt null Fleisch :D Sehr einfach, wenn man das ganz alleine macht, das muss ich ja schon sagen. Meine Küche diese Woche war sehr simpel, es gab zwei Mal Nudeln und einmal Pizza. Da ich am Donnerstag derart von einer Mücke gestochen wurde, dass ich einen Tag später ein zugeschwollenes Gesicht hatte, gabs Samstagabend Pizza und Freitag kalte Küche. Ein Rezept nachgekocht habe ich diese Woche nicht, obwohl das der Plan war, aber ich konnte mich nicht aufraffen, weil zusätzlich zum allergiegeschwollenen Gesicht eine Zahnfleischentzündung an einem meiner noch nicht durchgebrochenen Weisheitszähne folgte (Yay, Immunsystemüberreaktion). Deswegen machte ich heute einfach Nudeln mit einer Tomaten-"Sahnesoße", nämlich mit veganer Hafersahne. Ich koch schon seit Jahren mit Sojasahne, hab aber neulich mal beim dm die Hafersahne mitgenommen um sie auszuprobieren und finde sie gut. War lecker, ich hätte nur gerne Parmesan dagehabt :D Die Entdeckung der Woche ist übrigens Tomesan von Zwergenwiese aus dem Biomarkt. Ein Brotaufstrich mit Tomate und Parmesan, wo wir beim Thema sind ;)

Woche 4: 24.05.16 - 31.05.16
Woche Nummer vier war tatsächlich sehr unspektakulär, was das Essen angeht. Die Entzündung meines Zahnfleischs gab erst am Mittwoch langsam nach, daher war die Woche schon halb rum. Es gab mal Reis mit Gemüse und ansonsten Brot, Gemüse und Obst. Nachdem ich mir neulich eine elektrische Saftpresse gekauft habe (Dinge, über die man sich auch nur als Erwachsener freut xD), gabs jeden Morgen einen frisch gepressten Saft. Nach wie vor gabs viel Käse und ich hab mich sogar hinreissen lassen veganen Aufschnitt beim Edeka mitzunehmen, der leider doch sehr sojalastig im Geschmack war, so dass er mir nicht besonders schmeckte.  Dafür fand ich in dem kleinen Bioladen in der Stadt ThunVisch-Salat von Vitaquell, der absolut hervorragend schmeckte, wenn auch überhaupt nicht nach Thunfisch. Aber Konsistenz und Farbe kamen hin und die übrigen Zutaten machten schon ein schönes ThunVisch-Feeling. Für mich als Mensch der kein Meereszeug verträgt eine gute Sache, dann und wann. Am Wochenende gabs beim Kater Nudelsalat nach Omas Rezept, was hieß, da kam Fleischwurst rein. War für mich aber kein Thema. Leider habe ichs nicht geschafft eins von meinen tollen Rezepten nachzukochen, aber vielleicht in der kommenden Woche ;)
Aber was machen vier Wochen (weitesgehend) ohne Fleisch mit einem?

Fazit:
Nach vier Wochen kann ich sagen: Ich hab kein Problem damit, Fleisch wegzulassen. Alternativen lassen sich nach anfänglichem Nachdenken nun leicht finden und schmecken nicht minder schlecht, auch ohne auf ungesunden Fleischersatz zurückzugreifen, in dem ich ohnehin den Sinn nicht sehe, wenn ich ehrlich bin.
Ich habe in den letzten vier Wochen ungefähr an vier Tagen Fleisch gegessen und das war total in Ordnung. Da ich es geschmacklich mag, empfinde ich nach wie vor keinen Ekel davor.
Ich kann aber durchaus sagen, dass mir manchmal ein schönes Leberwurstbrötchen schon geschmeckt hätte statt Gemüse/Aufstrich/Käse auf dem Brot.
Was meinen Körper angeht, kann ich sagen, dass ich keinerlei negativen Effekte durch das Weglassen von Fleisch bemerkt habe. Allerdings auch keine besonders auffälligen positiven. Ob das daran liegt, dass ich vorher schon wenig Fleisch gegessen habe, kann ich nicht sagen.
Das Einzige, was mir aufgefallen ist, dass ich nicht mehr so einen Bock auf Süßigkeiten hatte, wie zuvor. Jedoch überschneidet sich mein kleines Projekt mit der Beendigung meiner finalen Prüfungsphase, somit bleibt fragwürdig ob es was damit zu tun hat oder einfach nur der Abfall von Stress ;)
Wie solls weitergehen?
Ich denke, ich werde meinen Fleischkonsum auch weiterhin so gering wie möglich halten, allerdings werde ich mir nicht verwehren mir Leberwurst zu kaufen, wenn ich das gerne möchte. Gleiches gilt für das Essen unterwegs. Wenn ich ein Baguette mit Schinken und Käse möchte, dann bekomme ich das auch. Beim Kochen möchte ich mich aber trotzdem weiterhin so fleischlos wie möglich ernähren, auch weil ich gerne Gemüse esse und nicht das Gefühl habe, dass mir irgendetwas fehlt. Mal sehen wohin das führt. Spaß gemacht hats auf jeden Fall, vorallem öffnet es den Geist für viele neue Dinge :)

Habt ihr auch schon mal so einen Selbstversuch gemacht? Wenn ja, womit? Wie ist es ausgegangen? Und überhaupt: Was haltet ihr von veganer/vegetarischer Ernährung?





1 Kommentar:

  1. Selbstversuch kann man das schon fast nicht mehr nennen, aber zu 95% lebe ich mittlerweile auch fleischfrei. Vegetarisch sein nenne ich das noch nicht, aber ich halte das Fleisch so gering wie möglich. Das äußert sich bei mir darin, dass es dann halt vielleicht noch mal Salami auf die Pizza gibt. Das sind allerdings Ausnahmen und das kann ich noch gerade so vertreten. Mein Ziel ist es allerdings, komplett darauf zu verzichten. Bis zu einem gewissen Grad zumindest: liegt jetzt irgendwo ne Pizza mit Salami rum und soll weggeworfen werden, esse ich sie dann trotzdem. Für den Müll ist das Essen dann eindeutig zu schade und dem Tier bringt es auch nichts mehr.
    Fleisch fehlt mir zwischendurch schon mal sehr, das wird aber recht selten mittlerweile. Natürlich gibt es dann immer Dinge, die ich vermissen werde. Ich finde vegetarisch oder vegan leben sehr gut, finde es aber ätzend wenn man damit immer allen Leuten auf den Wecker geht. :)
    Ich merke auf jeden Fall dass es mir so besser geht und ich mich freue und manchmal sogar Leute in meinem Umfeld davon inspiriert werden und auch weniger essen. Sehr schön :)

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