Freitag, 31. März 2017

How to bau your own artgerechtes Meerschweinchenheim Part I [DIY]

Ich bin Meerschweinchenhalterin.
Schon seit 23 Jahren. Mein erstes Schweinchen bekam ich, wie die allermeisten Kinder, zum Geburtstag geschenkt. Er hieß Bobby. Und auch in den folgenden Jahren war ich nie wieder schweinchenlos.

Was viele allerdings nicht wissen ist, dass Meerschweinchen (und nahezu alle anderen Kleintiere auch) und Käfighaltung gar nicht so gut zusammenpassen. Die Käfige, die man im Handel zu kaufen bekommt, sind eigentlich grundsätzlich viel zu klein, denn auch wenn es inzwischen die 140cm und aufwärts-Größen gibt, wird im Zoofachgeschäft der Wahl die typische Kinderzimmergröße von 100-120cm angepiesen. Mit einer Breite von maximal 60cm. Erscheint groß? Nicht wirklich.
Meerschweinchen sind ziemlich bewegungsfreudige kleine Wesen und rennen gerne. Um diesem  Laufbedürfnis wirklich gerecht zu werden sind mindestens 140 Zentimeter gerade Fläche - ohne Häuschen, Napf und Gedöhns im Weg - ein Muss.
Man sagt, pro Tier (Weibchen und Kastraten) sollten ungefähr 0,5qm Fläche zur Verfügung stehen, besser aber mehr. Bei Böcken (unkastrierte Männchen) ist mindestens 1qm Pflicht. Und weil man Meerschweinchen nicht alleine hält, sondern mindestens zu zweit, braucht man auch mehr Platz. Rechnet man jetzt mal ganz stumpf 0,5qm + 0,5qm kommt man auf 1qm. Also zwei Weibchen, zwei Kastraten oder ein Weibchen und ein Kastrat. Rechnet man jetzt mal die Fläche von so einem 120cm-Käfig aus, landet man bei 0,72qm. Da fehlt also ein ganzes Stück. Und wenn man jetzt noch abrechnet, was Häuschen und Kram so an Platz wegnehmen ist das ungefähr so, als stopft man sich selbst in eine Sardinenbüchse auf Lebenszeit.
Das nur so als kleine Einführung um eine ungefähre Idee zu bekommen. Grundsätzlich gilt aber: Je mehr Platz, desto besser.

Ich hab übrigens auch jahrelang im Käfig gehalten, weil ich es nicht besser wusste und man früher dem Menschen im Zoogeschäft noch jedes Wort geglaubt hat. Muss ja Ahnung haben, wenn er da arbeitet. Von wegen. Jemanden dafür aber anzuscheißen es nicht besser zu wissen, find ich nicht okay. Ich finde jedoch, jeder kann sich vorher gut informieren oder eben auch wenns soweit ist und man wird ja gerade in der jetzigen Zeit sehr schnell fündig, denn das Internet ist groß und full of information.
Ich halte jetzt seit 10 Jahren im Eigenbau. Meinen ersten Eigenbau (140x90cm für zwei Schweine) habe ich gebraucht über Ebay ersteigert und er war ein wirklich schönes Stück. Kurz darauf habe ich zusammen mit einer Freundin den ersten Selbstbauversuch unternommen und das hat recht gut geklappt, auch wenn es über eine Woche dauerte und das Ding am Ende gut 50 Kilo wog (Ihr Papa hatte halt doch dickes Sperrholz in der Garage, dass wir nutzen konnten.), hielt es immerhin ein paar Jahre, bevor ich es bei meinem letzten Umzug nicht mit umziehen ließ. Aus Bequemlichkeit wollte ich von den massiven, unbeweglichen Eigenbauten dann zu Bodengehegen wechseln (150x100cm für zwei Schweine). Was ich tat. Man nehme viele kleine, dünne MDF-Platten, klebe sie mit Panzerband zusammen, Teichfolie drunter, Streu drauf - fertig ist das Klappgehege. Sehr mobil, aber nichts für auf Dauer.
Danach folgten dann feste Bodengehege aus dicken Holzplatten als Rahmen und Teichfolie als Auskleidung (150x100cm für zwei Schweine). War gut und zweckmäßig, aber ging auf den Rücken. Also baute ich vor zwei Jahren was neues, nämlich ein wirklich festes Gehege mit Bodenplatte, platziert auf Lacktischen von Ikea. 220x70cm für zwei, bzw. drei Tiere, ich hatte nämlich zwei Gruppen. Ursprünglich sollten es 220x80cm werden,  aber ich hab mich dummerweise vermessen ^^' Inzwischen habe ich nur noch eine Gruppe von drei Schweinchen, denn manchmal ist die natürliche Auslese ziemlich erbarmungslos. Und nun möchte ich wieder neu bauen, weil mir das alte Gehege einfach zu schmal ist. Die Länge ist okay, fast etwas zuviel für meine Bande, doch das ist auch von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich, alle sind unterschiedlich agil. Aber die Breite stört mich schon länger und deswegen entschied ich mich neu zu bauen.
Aber ist das nicht voll teuer, aufwändig und zeitintensiv? Joa... Je nach dem, was man vorhat, ja, ja, ja. Je mehr Schweine man hat oder haben will, desto größer muss es sein, desto mehr Denkarbeit muss man leisten, wobei einem das dank reicher Informationsquelle namens Google auch weitesgehend abgenommen werden kann. Es geht aber auch budgetfriendly und nicht allzu handwerklich aufwändig. Wie? Das mag ich in dieser kleinen Miniserie zeigen.

Projekt how to bau your own artgerechtes Meerschweinchenheim.

Für wen baue ich das neue Stück eigentlich?
Für Episkey (Kastrat, 5,5 Jahre alt), Amy (Weibchen, 5 Jahre alt) und Schoki (Weibchen, 3,5 Jahre alt).
Und sollte es mich packen, dann kommt vielleicht noch ein Mädchen mit dazu, wenn der Bau fertig ist.

Und wie baue ich den Eigenbau?
Nun, meine Entscheidung fiel dieses Mal auf Lacktische von Ikea. Umgedreht, so dass die Beinchen nach oben zeigen. Zusammengeschraubt, ausgelegt mit PVC, abgedichtet mit Silikon und als Begrenzung dünne Holzplatten. Ursprünglich war Plexiglas angedacht, allerdings war mir das schlicht und ergreifend zu teuer. Ich bin immerhin nicht Krösus. Klingt einfach? Ist es hoffentlich auch. Wir werden sehen :D



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